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27. Februar 2009

Liebe Internetgäste,
ist sie bereits bei Euch angekommen, die Finanzkrise?
Natürlich meine ich nicht den chronisch leeren Geldbeutel in der Gesäßtasche, sondern die allgemeine Stimmungsmisere. Das Jammern scheint von der Bauernkaste endgültig auf den Rest der Bevölkerung übergeschwappt zu sein. Sitzen wir miesgelaunt, aber endlich vereint in einem Boot? Blöderweise in einem sinkenden?
Heutzutage halte ich's gern wie mein lieber Bruder Werner in Zeiten, als das wünschen noch geholfen hat. Er war in seiner Jugend ständig abgebrannt und bestellte doch sehr regelmäßig Schallplatten bei Zweitausendeins (ein Versandhaus, dessen Katalog so dünne Seiten hatte, dass sie vermutlich aus Elfenhaar gewebt wurden). Wirklich sehr regelmäßig. Mutti war stets am Rande eines Nervenzusammenbruchs, wenn der Postbote klingelte und ein Päckchen brachte, und sorgte sich um die finanzielle Zukunft ihres sammelwütigen Stammhalters. Der Sohnemann aber, schon damals visionär und unerschrocken, rechnete fest mit einer Inflation, die vor den Toren der Weltwirtschaft stünde und ihn bald von Schulden bei Oma befreite und schraubte die Zahl seiner LPs in ungeahnte Höhen.
Irgendwie ist Werners Rechnung aufgegangen. Er sitzt heute nicht im Knast wegen kriminellen Machenschaften sondern in einem schmucken Haus mit einer beachtlichen Plattensammlung und ist stets sehr gut angezogen.
Eine erfreuliche, für uns alle lehrreiche Biografie, wie ich finde und so schmettere ich Euch wohlgemut entgegen:
Iss' und trink' so lang's Dir schmeckt
schon manchem ist das Geld verreckt!
(Wir schlachten wieder. Im April das letzte Mal vor der Sommerpause!
Wenn Ihr Interesse an feinem Rindfleisch habt, meldet Euch bitte bald per Email oder Telefon.)
Eure Silvia
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